HumanismusPlus

Welche Bildung wollen wir?

Ergebnisse einer Allensbach-Umfrage zur Persönlichkeitsbildung an Schulen

Fragt man heute, was Kinder und Jugendliche in der Schule unbedingt lernen sollen, ist die meistgenannte Antwort: „Gute Beherrschung von Rechtschreibung und Grammatik“.  77 Prozent der Befragten haben dieses Lernziel als besonders wichtig eingestuft. Gefolgt von den Zielen Allgemeinbildung (76 Prozent), Fähigkeit, erlerntes Wissen auch anzuwenden (69 Prozent) und Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit (56 Prozent).

Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Ludwigshafener Heinrich Pesch Haus im Herbst 2019 in Auftrag gab. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte Bürger nach ihrer Einstellung zu Kindererziehung und den Aufgaben von Schulen. Es sollte festgestellt werden, inwieweit die Prinzipien der ignatianischen Pädagogik auf Zustimmung bei der Bevölkerung stoßen.Die ignatianische Pädagogik geht davon aus, dass die Schule nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler beitragen soll.

„Viele Bürger_innen sehen die Persönlichkeitsbildung als eine zentrale Aufgabe der Schulen an“, lautet eines der Ergebnisse der Studie. Vergleicht man allerdings  die Frage nach den Erwartungen an die Schulen mit den Urteilen über deren tatsächliche Stärken und Schwächen, sehen die Befragten vor allem bei Punkten Defizite, die im Fokus der ignatianischen Pädagogik stehen: Erziehung zum Selbstbewusstsein, zum kritischen Denken, zur Konzentrationsfähigkeit und zur Fähigkeit, erlerntes Wissen auch anzuwenden.

Umgekehrt sahen die Befragten an den Schulen eher eine Überbetonung klassischer Lerninhalte. Dabei legen Trenddaten aus dem Archiv des Instituts für Demoskopie Allensbach die Vermutung nahe, dass das Gefühl, wonach an den Schulen die Persönlichkeitsbildung zugunsten klassischer Lerninhalte in den Hintergrund gerät, in den letzten zwei Jahrzehnten eher zu- als abgenommen hat.

Die Allensbach-Studie wurde am 9. November 2020 anlässlich des Kampagnenstarts von HumanismusPlus“ zur Stärkung der Persönlichkeitsbildung in den Schulen vorgestellt und steht hier zum Download bereit.


Humanismus+ – Persönlichkeitsbildung auf der Basis der Ignatianischen Pädagogik

Heft 1 der Reihe „Ignatianische Impulse für die Schule“

Ignatianische Pädagogik zielt auf die Bildung der ganzen Person. Damit steht sie in der Tradition des christlichen Humanismus, hier auch als Humanismus+ bezeichnet. Ihr Name geht zurück auf Ignatius von Loyola, der 1534 den Jesuitenorden gründete. In einer persönlichen Krise ergriff ihn die rettende Einsicht, als Person ganz von Gott angenommen und akzeptiert zu sein. Weil Gott die Welt liebt, kann man ihn in Allem suchen und finden. So fasste Ignatius neues Vertrauen in die eigenen Begabungen und Kräfte. Erfüllt vom Wunsch, diese Talente im Dienst Gottes und im Dienst an Anderen möglichst gut einzusetzen, schulte er seine intellektuellen Fähigkeiten an der besten Universität Europas, in Paris.

Pädagogik ist immer auch Herzens- und Charakterbildung. Sie öffnet die Augen dafür, dass die Welt und die eigene Gesellschaft noch weit davon entfernt sind, allen Menschen ein erfülltes Leben in Würde zu ermöglichen. Selbstentfaltung des Individuums ist kein Selbstzweck, sondern Grundlage, um sich engagiert und kompetent für die Bewahrung der Schöpfung, für Glaube und Gerechtigkeit einzusetzen. Dazu gehört wesentlich auch, dass die Schulen selbst sich dem Anspruch stellen, einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit zu leisten. Auf der Basis der eingangs beschriebenen Prinzipienund Haltungen lehren Pädagog_innen seit 450 Jahren an Jesuitenschulen und an ignatianisch geprägten Schulen.

„Wir glauben, dass Ignatianische Pädagogik als Humanismus+ aktueller denn je ist. Denn sie ist geradezu prädestiniert, einen Beitrag zum Zusammenhalt einer demokratischen, offenen Gesellschaft zu leisten“, sind Ulrike Gentner, Johann Spermann SJ und Tobias Zimmermann SJ überzeugt. In Heft 1 der Reihe „Ignatianische Impulse für die Schule“ erläutern sie, was sie unter Persönlichkeitsbildung verstehen.

>>hier Heft 1 als PDF downloaden

 

Die Reihe „Ignatianische Impulse für die Schule“ ist ein Projekt des Zentrums für Ignatianische Pädagogik. Sie wird herausgegeben von Birgit Buchberger, Ulrike Gentner, Karl Hödl, Mathias Molzberger, Johann Spermann SJ, Tobias Zimmermann SJ.


Das Projekt HumanismusPlus ist eine Initiative des Zentrums für Ignatianische Pädagogik. Das Projekt fördert Schulen darin, junge Menschen auf eine digitale Welt vorzubereiten, indem sie die Werte des Humanismus gezielt etabliert. So werden Schülerinnen und Schüler nicht nur zu Anwenderinnen und Anwendern, sondern eben Persönlichkeiten, die die Welt gestalten.

Ein Artikel zum Projekt und zum Grundanliegen mit dem Titel „Persönlichkeitsbildung in Verantwortung vor Gott. Rückbesinnung auf christlichen Humanismus als Wegweiser im digitalen Wandel“ ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 28. Juni 2018 erschienen. Sie können ihn hier als pdf nachlesen:

>> Persönlichkeitsbildung in Verantwortung vor Gott

 


Jesuiten Heft Identität Schallenberg

 

Einen Essay zum grundlegenden Ansatz für das Projekt und zum Ignatianischen Proprium von Schulen finden Sie im Heft 2/2018 des Magazins „Jesuiten“. Sie können es über diesen Link als PDF lesen.

 

 

 

 

 

 


Erfüllt leben

Der ignatianische „Way of life“

Wie kann es uns gelingen, ein erfülltes Leben zu führen? Gerade der Orden der Jesuiten bietet hierzu eine ungeahnte Fülle von Anregungen. gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Georg Kraus verbinden die beiden Jesuiten Johann Spermann und Tobias Zimmermann in ihrem einzigartigen Übungsbuch die Gedanken, die Ignatius von Loyola vor 500 Jahren entwickelte, mit unserer Gegenwart. Und sie zeigen: Ignatius hat nichts an Aktualität eingebüßt, im Gegenteil!

Das Buch „Erfüllt leben – Ein ignatianisches Fitnessbuch“ ist im Herder-Verlag erschienen und ist für € 18,00 im Buchhandel erhältlich. ISBN 9-783451-386398.

In diesem Video berichtet Pater Johann Spermann SJ, wie das Buch entstanden ist.

In diesem Video berichtet Pater Tobias Zimmermann SJ, warum das Buch die Welt der Jeusiten neu erschließt.

 

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